Ursprünglich war die Printe ein harter Honigkuchen: wenig gesüßt und in die Form eines Heiligen gepreßt. Dieses Hineinpressen oder “prenten”, was aus dem Niederländischen stammt und soviel wie drucken heißt, gab ihr den Name.

Von der harten Printe wurde ein Stück abgebrochen, das man dann genüßlich im Munde zergehen ließ. Traditionell ist die Printe ein reich verziertes Festtagsgebäck, das früher schon gerne als Geschenk überreicht wurde. Als gut haltbarer Proviant wurden Printen noch im 2. Weltkrieg an die Soldaten an die Front geschickt.

Süße Gebäcke aus Honig und Mehl sind freilich schon aus dem Altertum bekannt. In Aachen pflegten zwei große europäische Monarchen schon früh die hohe Kunst der Feinbäckerei. Seit den Zeiten als Kaiser Karl der Große und sein Enkel Karl der Kahle viel Wert auf gutes Feingebäck bei Hofe legten, hat sich allerdings viel geändert bei den Zutaten für die Printen. Nicht zuletzt, weil beim großen Stadtbrand in Aachen im Jahr 1656 die meisten Dokumente ein Raub der Flammen wurden- auch so manches Rezept für Printen.

Bis ins 18. Jahrhundert hinein war Honig das einzige bezahlbare Süßmittel. Zucker war lange unerschwinglich. Später wurde der Honig als Süßmittel knapp. Ab 1820 gab es Farinzucker und Kandissirup: billigere und kräftige Süßmittel. Immer mehr erlesene Zutaten und Gewürze machten aus der schlichten Printe eine raffinierte Köstlichkeit. Außerhalb ihrer Heimat, dem Rheinland, war sie den meisten Menschen zu hart. Findige Printenbäcker kamen auf einen elegante Lösung: an feuchter Luft wird die Printe rasch weich. Wird sie nun durch einen feinen Schokoladenüberzug rundum versiegelt, dann bleibt sie eine gaumenzarte Köstlichkeit die auf der Zunge zergeht.


 
 Portionen:
etwa 70 Stück

  Nährwerte: pro Stück ca. 35 Kalorien

  Zutaten für den Teig:

300 g
200 g
100 g
500 g
25 g
100 g
100 g
10 g
40 g

50 g

helles Weizenmehl
dunkles Weizenmehl
Roggenmehl
Kandis-Sirup
Honig
Kandis
Farin
Orangeat
Printengewürz (bestehend aus Anis, Koriander, Zimt, Nelken, Piment)
Pottasche oder Natron (in 50ml Wasser auflösen)

Zubereitung:

Den Sirup und den Honig erwärmen, etwas abkühlen lassen und die Gewürze hinzugeben. Dann das Mehl und das aufgelöste Triebmittel hinzugeben und alles verrühren. Kandiszucker in einen Gefrierbeutel geben und mit der Kuchenrolle zerdrücken, oder im Blitzhacker zerkleinern. Kandis unter den Teig kneten. Teig abgedeckt über Nacht bei Zimmertemperatur ruhen lassen. Mit den Händen kräftig durchkneten und auf wenig Mehl 3 mm dick ausrollen. Rechtecke (3x6 cm) ausschneiden und auf mit Backpapier ausgelegte Bleche legen. In den auf 175 Grad/Umluft 150 Grad/Gas Stufe 2 vorgeheizten Backofen schieben. Etwa 10-15 Minuten backen. Eiweiß leicht mit einer Gabel aufschlagen und die Printen damit bestreichen. Sofort Hagelzucker darüberstreuen und abkühlen lassen. Printen in einer fest verschlossenen Dose einige Tage stehenlassen, bis sie weich sind.

Schokoladen-Printen:
Hagelzucker weglassen und die Printen mit heller oder dunkler Schokoladenglasur überziehen und eventuell mit kandierten Früchten verzieren.